Chronische Erkrankungen sowie Krebserkrankungen stellen tiefgreifende Einschnitte in das Leben der Betroffenen dar. Dazu zählen unter anderem chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, das Reizdarmsyndrom sowie unterschiedliche onkologische Diagnosen.
Die Diagnose führt häufig zu einer grundlegenden Verunsicherung im Alltag. Betroffene erleben eine veränderte Wahrnehmung von Körper, Belastbarkeit und Zukunftsperspektive. Neben den körperlichen Auswirkungen entstehen oft psychische Belastungen wie Anspannung, Sorgen und eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen gesundheitlichen Situation.
Typisch ist eine Phase des inneren Ringens zwischen Nichtwahrhabenwollen, Verunsicherung und dem Versuch, die neue Realität einzuordnen. Häufig treten dabei auch Ängste auf, die jedoch in vielen Fällen nachvollziehbar und realitätsbezogen sind und nicht primär im Sinne einer eigenständigen Angststörung zu verstehen sind.
Die Auswirkungen betreffen in der Regel mehrere Lebensbereiche gleichzeitig – darunter Alltag, soziale Beziehungen, berufliche Situation und die grundlegende Lebensplanung.
Zu Beginn der psychologischen Arbeit steht die strukturierte Einordnung der Diagnose und der aktuellen Lebenssituation im Vordergrund. Ziel ist es, die psychische Belastung im Zusammenhang mit der Erkrankung besser zu verstehen und erste Möglichkeiten im Umgang mit Unsicherheit, Angst und Überforderung zu entwickeln.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die Begleitung in einer frühen Phase der Krankheitsbewältigung, in der die Diagnose emotional noch stark wirkt und eine realistische Auseinandersetzung mit der neuen Situation aufgebaut wird. Dabei geht es um Orientierung, Stabilisierung und die schrittweise Entwicklung eines tragfähigen Umgangs mit der Erkrankung.
Je nach Situation steht zunächst der konkrete Umgang mit der Diagnose im Vordergrund, insbesondere das Einordnen medizinischer Informationen und die Reduktion von unnötiger zusätzlicher Verunsicherung durch Katastrophisierung oder Informationsüberflutung.
Chronische Erkrankungen und Krebserkrankungen führen in der Regel zu einer tiefgreifenden Veränderung der bisherigen Lebensorganisation. Psychologische Belastung entsteht dabei nicht nur durch die Krankheit selbst, sondern auch durch die damit verbundenen Anpassungsanforderungen.
Im therapeutischen Prozess werden insbesondere jene Dynamiken betrachtet, die den Umgang mit der Erkrankung erschweren – etwa Vermeidung, Überforderung, Kontrollverlust oder eine erschwerte Integration der Diagnose in das eigene Leben.
Ein zentraler Teil der Arbeit ist die schrittweise Entwicklung eines realistischen Umgangs mit der Erkrankung. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit den konkreten Konsequenzen für Alltag, Lebensplanung und Belastungsgrenzen.
Je nach Verlauf steht in einer zweiten Phase die Integration der Erkrankung in das weitere Leben im Vordergrund. Dabei geht es um die Frage, wie ein tragfähiger Umgang mit chronischer Erkrankung oder onkologischer Diagnose langfristig gestaltet werden kann.
In der Behandlung chronischer Erkrankungen und Krebserkrankungen kommen wissenschaftlich fundierte Methoden der klinisch-psychologischen und kognitiven Verhaltenstherapie zum Einsatz.
Ein Schwerpunkt liegt auf der strukturierten Verarbeitung der Diagnose und der damit verbundenen psychischen Belastung. Dazu gehören unter anderem kognitive Methoden, Gesprächsführung und gezielte Reflexionen, um belastende Muster wie Katastrophisierung, Vermeidung oder innere Überforderung im Umgang mit der Erkrankung zu erkennen und zu verändern.
Ergänzend werden achtsamkeitsbasierte Verfahren eingesetzt, die helfen, einen realistischeren und stabileren Umgang mit körperlichen Empfindungen, emotionaler Belastung und Unsicherheit zu entwickeln.
Welche Methoden im Einzelnen eingesetzt werden, richtet sich nach der jeweiligen Situation und dem therapeutischen Verlauf.
Einen detaillierten Einblick in den Ablauf der psychologischen Arbeit finden Sie hier: Psychologische Therapie
Die psychologische Therapie bei chronischen Erkrankungen und Krebserkrankungen ist ein gemeinsamer Arbeitsprozess. Ziel ist nicht nur Entlastung in den Sitzungen, sondern die Entwicklung eines realistischen, tragfähigen Umgangs mit der Erkrankung im Alltag.
Ich stelle dafür psychologisches Fachwissen, strukturierte Gesprächsführung und einen klaren Rahmen zur Verfügung. Die Umsetzung und Integration der erarbeiteten Perspektiven erfolgt im eigenen Lebenskontext und ist ein zentraler Bestandteil des Prozesses.
Im Rahmen eines Erstgesprächs kann geklärt werden, ob eine psychologische Therapie bei chronischen Erkrankungen oder Krebserkrankungen sinnvoll erscheint und welcher Rahmen für die aktuelle Situation passend ist.
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