Corona: Umgang mit Stress und Angst

Vorweg:
Die Pandemie kann bei Menschen mit einer ängstlichen oder depressiven Grundstimmung zu ernsthaften Angststörungen und Depressionen führen. Gehören Sie zu dieser Gruppe, suchen Sie sich rechtzeitig Hilfe! Was heißt rechtzeitig? Bei Anzeichen von Angst oder Depression, die mind. 1 Woche dauern, wenn diese Ihnen neu sind. Ihr Hausarzt klärt Ihre Symptomatik ab. Handelt es sich um ein psychisches Leiden, gehen Sie zu einem Klinischen Psychologen zur Abklärung und ggf zur Behandlung!

Nun zu den allgemeinen Tipps:
Die meisten Pandemien verschwinden fast so schnell wie sie beginnen. Es kann jedoch schwierig sein, mit der Angst umzugehen. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, dem proaktiv entgegenzuwirken. Wie das am besten geht, erfährst Du in diesem Artikel.

Coronavirus (COVID-19): häufige psychische Reaktionen

Während sich die Situation in Bezug auf COVID-19 entwickelt, können die Menschen eine Vielzahl von Gedanken, Gefühlen und Reaktionen erfahren.

 

Menschen mit einer ängstlichen Grundstruktur können folgende Zustände erleben:

  • Sich gestresst oder überfordert fühlen
  • Angst, Sorge oder Kummer
  • Traurigkeit und/oder Verlust des Interesses an üblichen angenehmen Aktivitäten
  • Körperliche Symptome wie erhöhte Herzfrequenz, Magenverstimmung, Erschöpfung oder andere unangenehme Empfindungen
  • Frustration, Gereiztheit oder Wut
  • Gefühl der Hilflosigkeit
  • Konzentrations- oder Schlafstörungen
  • Isolation oder Rückzug von anderen und/oder Angst, in den öffentlichen Raum zu gehen

Strategien zur Bewältigung von Stress oder Angst

Verstehe, dass dies vorbeigehen wird:

Obwohl die Situation immer schlimmer zu werden scheint, ist es wichtig zu verstehen, dass die Epidemie unweigerlich vorübergehen wird. Es gibt einige einfache Möglichkeiten, wie Du Dich vor einer Ansteckung schützen kannst. Z.B. Händewaschen und Vermeiden von engem Kontakt.

Es geht vorbei, wie auch andere größere Herausforderungen, die Du schon bewältigt hast. Erinnere Dich daran! Sei es eine Geburt, ein Unfall, eine große Prüfung, Deine Hochzeit, eine chronische Erkrankung...

Die Regierung und die zuständigen Organisationen sind bestens aufgestellt und reagieren richtig. So viel kann man schon sagen.

 

Reagiere auch Du der Situation angemessen: gehst Du sorglos mit der Gefahr um, gefährdest Du mitunter Risikogruppen wie ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Reagierst Du über, belastest Du Dein Umfeld. Hier ist der Verstand ganz wichtig. Befolge einfach die folgenden Tipps:

 

 

Verstehe, dass jeder betroffen ist:

Jemandem mit einer psychischen Erkrankung fällt es möglicherweise schwer, mit erzwungenen Änderungen seiner Routine umzugehen, aber es ist wichtig zu verstehen, dass jeder vor der gleichen Herausforderung steht.
"Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass diese beispiellose Situation mit COVID-19 alle Menschen in ihrem tägliches Leben beeinflusst", sagte Mark Ferdinand, Co-Vorsitzender der kanadischen Allianz für psychische Erkrankungen und psychische Gesundheit.
Wenn es um Angst geht, sind Menschen mit einer Angststörung möglicherweise sogar besser dran als die breite Öffentlichkeit. Denn da kennen sie sich aus. Sie haben in der Therapie gelernt, wie man mit Angst umgeht.

 

Nimm Deine Gefühle wahr:

In unsicheren und sich entwickelnden Situationen wie dieser ist es verständlich, sich gestresst, ängstlich oder verärgert zu fühlen. Nimm Dir Zeit, um Deine Gefühle zu spüren und auszudrücken. Dies kann sein, indem Du sie in ein Tagebuch schreibst, mit anderen sprichst, etwas Kreatives tust oder Meditation praktizierst.

 

Hol Dir das Gefühl der Kontrolle zurück:

Es gibt immer einige Schritte, die Du unternehmen kannst, um das Risiko einer Ansteckung zu verringern. Es kann so einfach sein, wie sich die Hände gründlich zu waschen und das Reisen einzuschränken. So kannst du Dich auf Dinge konzentrieren, über die Du die Kontrolle hast. Das gibt ein Gefühl von Sicherheit.

 

Routine:

Behalte Deine täglichen normalen Aktivitäten und Routinen bei, wo dies möglich ist. Eine gesunde Routine kann sich positiv auf Deine Gedanken und Gefühle auswirken. Dies kann Folgendes umfassen: gesunde Mahlzeiten essen, körperliche Bewegung wie Gehen, Laufen oder Yoga, ausreichend schlafen und Dinge tun, die Dir Spaß machen.

 

In Verbindung bleiben:

Die Unterstützung und Betreuung durch andere hat einen starken Einfluss auf die Bewältigung von Herausforderungen. Das Verbringen von Zeit mit unterstützenden Familienmitgliedern und Freunden kann ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität vermitteln.

Wenn wir mit anderen über unsere Sorgen, Gedanken und Gefühle sprechen, können wir auch hilfreiche Wege finden, mit einer stressige Situation umzugehen. Du bist nicht alleine! Telefoniere mit guten Freunden. Bist Du einsam, wende Dich an die Krisenhotline. Auch da bist Du nicht alleine! Das tun derzeit viele, sehr viele!

 

Suche nach verlässlichen Informationen:

Es ist wichtig, glaubwürdige Quellen zu finden, denen Du vertrauen kannst, um Angst und Panik vorzubeugen, die durch Fehlinformationen verursacht werden können. Die AGES verfügt über aktuelle Infos.

Informationen zum Virus

Coronahotline: 1450

Krisenhotline: Sozialpsychiatrischer Notdienst PSD Wien: 01/31330

Infos für Menschen in systemrelevanen Berufen (Spital, Polizei, Supermarkt, etc.)

Weitere Infos zur Soforthilfe findest Du hier.

 

Setze Grenzen für Nachrichten und soziale Medien:

Es ist verständlich, auf dem Laufenden bleiben zu wollen, insbesondere wenn Du oder Deine Lieben betroffen sind. Gleichzeitig kann das ständige Lesen, Schauen oder Hören störender Medienberichte die Sorge und Unruhe unnötig verstärken. Besonderes, wenn sich die Informationen widersprechen. Hier bleibt nur eins: vertraue der Regierung - frei nach dem Grundsatz: verändere was Du verändern kannst und akzeptiere, was Du nicht verändern kannst.
Mach eine Medienpause, insbesondere wenn keine neuen Infos vorliegen. Konzentriere Dich auf Dein unmittelbares Umfeld,sowie Handlungen, über die Du die Kontrolle hast.

Befolge die Schutz- und Präventionsempfehlungen qualifizierter medizinischer Fachkräfte. Das Gesundheitsministerium informiert Dich über COVID-19 und wie Du Dich schützen kannst.

 

Vermeide die Herdenmentalität:

Beachte, dass viele Menschen Maßnahmen ergreifen, die nicht helfen. Spring nicht auf einen Zug, nur weil andere Leute Masken tragen und bestimmte Reinigungsrituale durchführen (es sei denn, diese Maßnahmen werden von der AGES oder Ärztekammer sowie Regierung empfohlen oder vorgeschrieben). Bewahre stets kühlen Kopf. Du brauchst ihn, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, ruhig zu bleiben und hilfreiche Taten zu setzen!

 

Lies ein Buch:

Mach ein bisschen Urlaub, wenn Du nicht arbeiten darfst. Lies das Buch, dass Du Dir damals gekauft hast und schon immer mal lesen wolltest. Hör gute Musik, schau Dir einen schönen Film an, genieße ein warmes Bad, koch Dir was gutes... Tu, was immer Du gern tust.

Die Pandemie geht vorbei. Ganz sicher!

 

Such Dir professionelle Hilfe:

Nimm professionelle Hilfe in Anspruch, wenn Dich die Situation überfordert! Es gibt viele Gründe, die dazu führen können. Es ist keine Schande, sich helfen zu lassen - im Gegenteil. Profis handeln. Sie stehen zu ihrer Verletzlichkeit und unternehmen was, damit es wieder besser wird.
Ein paar Gespräche mit einem Klinischen Psychologen oder einer Psychotherapeutin kann rasch und einfach für Erleichterung sorgen. Sie helfen, Ängste und Sorgen zu bewältigen und geben Hoffnung im Umgang mit den neuen Herausforderungen. Wir bieten aktuell Hilfe in unseren Praxen, durch Online-Beratung (Skype, etc.) und telefonische Beratung.

 

 

 

 

Psychologe Klaus Pötzlberger

Ich wünsche Euch viel Geduld in den nächsten Tagen und Wochen! Und vergesst nicht Euren Humor!

 

Herzlichst,
Klaus Pötzlberger

Kontaktiere mich für ein Erstgespräch! Ich freue mich, Sie als Psychologe begleiten zu dürfen.