Corona: Umgang mit Stress und Angst

Glücklicherweise verschwinden die meisten Pandemien fast so schnell wie sie beginnen. Es kann jedoch schwierig sein, mit der Angst umzugehen,
wenn Du mehr über den Ausbruch erfährst oder herausfindest, wie Du Dich schützen kannst. Glücklicherweise kann eine proaktive Behandlung
Deines psychischen Wohlbefindens dazu beitragen, Deines geistige Gesundheit in diesen Zeiten der Unsicherheit zu verwalten.
Wie das am besten geht, erfährst Du in diesem Artikel.

Coronavirus (COVID-19): häufige psychische Reaktionen

Während sich die Situation in Bezug auf COVID-19 entwickelt, können die Menschen eine Vielzahl von Gedanken
Gefühlen und Reaktionen erfahren.

Menschen mit einer ängstlichen Grundstruktur können folgende Zustände erleben:

 

  • Sich gestresst oder überfordert fühlen
  • Angst, Sorge oder Angst
  • Traurigkeit, Tränen und / oder Verlust des Interesses an üblichen angenehmen Aktivitäten
  • Körperliche Symptome wie erhöhte Herzfrequenz, Magenverstimmung, niedrige Energie oder andere unangenehme Empfindungen
  • Frustration, Gereiztheit oder Wut
  • Ich fühle mich hilflos
  • Konzentrations- oder Schlafstörungen
  • Isolieren oder Zurückziehen von anderen und / oder Angst, in den öffentlichen Raum zu gehen

 

 

Strategien zur Bewältigung von Stress oder Angst

Verstehe, dass dies vorbeigehen wird:
Obwohl die Situation immer schlimmer zu werden scheint, ist es wichtig zu verstehen, dass der Ausbruch unweigerlich vorübergehen wird, 
und es gibt einige bereits einfache Möglichkeiten, Dein Risiko zu mindern, z. B. Händewaschen und Vermeiden von engem Kontakt. 
Es geht vorbei, wie auch andere größere Herausforderungen, die Du schon bewältigt hast. Erinnere Dich daran! Sei es eine Geburt, 
ein Unfall, eine große Prüfung, Deine Hochzeit... 
Bei dieser Epidemie ist es ganz leicht. Die Regierung und die zuständigen Organisationen sind bestens aufgestellt und reagieren richtig. 
Soviel kann man schon sagen.
Reagiere auch Du der Situation angemessen. Gehst Du sorglos mit der Gefahr um, gefährdest Du mitunter Risikogruppen wie ältere Menschen 
und Personen mit Vorerkrankungen. Reagierst Du über, hilft das keinem. Hier ist der Verstand ganz wichtig. 
Befolge einfach die folgenden Tipps:

 

Verstehe, dass jeder betroffen ist:
Jemandem mit einer psychischen Erkrankung fällt es möglicherweise schwer, mit Änderungen seiner Routine umzugehen, aber es ist wichtig, 
zu verstehen, dass sich jeder mit den gleichen Herausforderungen befasst.Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass diese beispiellose Situation, die wir derzeit erleben, in Bezug darauf, wie COVID-19 
alle Menschen in Bezug auf ihr tägliches Leben beeinflusst", sagte Mark Ferdinand, Co-Vorsitzender der kanadischen Allianz für psychische 
Erkrankungen und psychische Gesundheit.
Wenn es um Angst geht, sind Menschen mit einer Angststörung möglicherweise sogar besser dran als die breite Öffentlichkeit. 
Denn da kennen sie sich aus, sie haben in der Therapie gelernt, wie man mit Angst umgeht.

 

Nimm deine Gefühle wahr:
In unsicheren und sich entwickelnden Situationen wie diesen ist es verständlich, sich unter anderen emotionalen Reaktionen gestresst, 
ängstlich oder verärgert zu fühlen. Nimm Dir Zeit, um zu bemerken und auszudrücken, was Du fühlst. Dies kann sein, indem Du sie in ein 
Tagebuch schreibt, mit anderen sprichst, etwas Kreatives tut oder Meditation praktiziert.

Entwickle einen Aktionsplan:
Es gibt immer einige Schritte, die Du unternehmen kannst, um das Risiko zu verringern. Es kann so einfach sein, wie sich die Hände gut 
zu waschen und das Reisen einzuschränken. So kannst Du Dich auf Dinge konzentrieren, über die Du die Kontrolle hast. 
Das gibt ein Gefühl von Sicherheit.

Routine:
Behalte Deine täglichen normalen Aktivitäten und Routinen bei, wo dies möglich ist. Eine gesunde Routine kann sich positiv auf Deine Gedanken 
und Gefühle auswirken. Dies kann Folgendes umfassen: gesunde Mahlzeiten essen, körperliche Bewegung wie Gehen, Laufen oder Dehnen, 
ausreichend Schlaf bekommen und Dinge tun, die Dir Spaß machen. 

In Verbindung bleiben: 
Die Unterstützung und Betreuung durch andere hat einen starken Einfluss auf die Bewältigung von Herausforderungen. 
Das Verbringen von Zeit mit unterstützenden Familienmitgliedern und Freunden kann ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität vermitteln. 
Wenn wir mit anderen über unsere Sorgen, Gedanken und Gefühle sprechen, können wir auch hilfreiche Wege finden, über eine stressige 
Situation nachzudenken oder mit ihr umzugehen. Du bist nicht alleine! Telefoniere mit guten Freunden. 
Bist Du einsam, wende Dich an die Krisenhotline.

Suche nach genauen Informationen:
Es ist wichtig, glaubwürdige Quellen zu finden, denen Du vertrauen kannst, um die Angst und Panik zu vermeiden, die durch Fehlinformationen 
verursacht werden können. Die AGES verfügt über aktuelle Informationen.
Informationen zum Virus: https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/ 

Coronahotline: 1450

Krisenhotline: Sozialpsychiatrischer Notdienst PSD Wien: 01/31330

Infos für Menschen in systemrelevanten Berufen (Spital, Polizei, Supermarkt, etc.)

weitere Infos zur Soforthilfe findest Du hier:

 

 

Setze Grenzen für Nachrichten und soziale Medien:
Es ist verständlich, auf dem Laufenden bleiben zu wollen, insbesondere wenn Du oder Deine Lieben betroffen sind. Gleichzeitig kann das 
ständige Lesen, Anschauen oder Hören störender Medienberichte die Sorgen und Unruhe unnötig verstärken. Mache eine Pause von Nachrichten 
oder sozialen Medien, insbesondere wenn keine neuen Informationen vorliegen. Konzentriere Dich auf Dinge, die in Deinem Leben positiv sind 
und auf Handlungen, über die Du die Kontrolle hast. 
Befolge die Schutz- und Präventionsempfehlungen qualifizierter medizinischer Fachkräfte. Das Gesundheitsministerium informiert Dich über 
COVID-19 und wie Du dich schützen kannst.
Reduziere Facebook & Co. Die Informationsflut – von sachlich bis fake – löst unnötigen Stress aus. Beteidige Dich insbesondere nicht an 
Diskussionen rund um das Thema. Die Unterschiedlichkeit im Umgang mit der Epidemie konzentriert sich dort besonders. Von unpassender 
Empathie über Selbstdarstellung bis hin zu Verschwörungstheorien. Das wirkt sich insbesondere auf Menschen mit einer ängstlichen 
Grundstruktur aus. 
Es ist zwar hilfreich, auf dem Laufenden zu bleiben, aber es ist auch wichtig, dass Du Dich nicht den ganzen Tag mit 
angstauslösenden Nachrichten bombardieren lässt.

 

Vermeide die Herdenmentalität:
Beachte, dass viele Menschen Maßnahmen ergreifen, die nicht helfen. Spring nicht auf einen Zug, nur weil andere Leute Masken tragen oder 
bestimmte Reinigungsrituale durchführen (es sei denn, diese Dinge werden von der AGES oder Ärztekammer empfohlen). Andernfalls könnten 
sich Deine Handlungen als nicht hilfreich erweisen. Bewahre stets kühlen Kopf. Du brauchst ihn, um die richtige Entscheidung zu treffen, 
ruhig zu bleiben und hilfreich zu sein!

Lese ein Buch:
Mach ein bisschen Urlaub, wenn Du nicht arbeiten darfst. Lies das Buch, dass Du Dir damals gekauft hast und schon immer mal lesen wolltest. 
Höre gute Musik, schau Dir einen schönen Film an, genieße ein warmes Bad, koch Dir was gutes... Tu, was immer Du gern tust. 
Das Virus geht vorbei. Ganz sicher!

Suche Dir professionelle Hilfe:
Wenn Deine psychische Gesundheit durch den Stress des Coronavirus beeinträchtigt wird, nimm professionelle Hilfe in Anspruch. Ein Gespräch 
mit einem Klinischen Psychologe oder Psychotherapeuten kann rasch für Erleichterung sorgen und helfen, Deine Ängste zu bewältigen, und Dich 
gleichzeitig befähigen, die besten Entscheidungen für Dich und Deine Familie zu treffen. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig zum Therapeuten 
gegangen. Therapeuten bieten während der Epidemie Hilfe in ihren Praxen oder via Skype an. Auch ein telefonisches Gespräch kann sich als sehr 
hilfreich erweisen. 
Psychologe Klaus Pötzlberger

Ich wünsche Euch viel Geduld in den nächsten Tagen und Wochen! Und vergesst nicht Euren Humor!

 

Herzlichst,
Klaus Pötzlberger